Entscheidung für neuen Kommunikationskanal im deutschen Zahlungsverkehr jetzt gefordert
Gleichzeitiger Wegfall des bisherigen Bundesbank-Zugangs für Massenzahlungsverkehr (EMZ) und TARGET2 zum Jahresende
Mit Beginn des neuen Jahres entfällt der Bundesbank-Gateway „Elektronische Öffnung“ (EÖ) für die Abwicklung des Massenzahlungsverkehrs von Bank zu Bank. Noch sind sich offenbar nicht alle Banken in Deutschland dieser Umstellungsproblematik bewusst. Für die künftige Kommunikation stellt SWIFT den Banken bereits heute sein internationales Netz und die entsprechenden Protokolle für den Zahlungsverkehr zur Verfügung. Sie müssen jedoch jetzt nicht nur über neue Kommunikationskanäle für den Elektronischen Massenzahlungsverkehr (EMZ), sondern auch für Großbetragszahlungen über TARGET2 entscheiden. Die Frist für die Entscheidung über die TARGET2- Anbindung läuft nur noch bis Ende August.
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Konkret wird zum Jahresende der Zugang zu TARGET2 über das sogenannte Hausbankverfahren der Bundesbank eingestellt. Institute, die nicht schon direkt an TARGET2 angeschlossen sind – vor allem zahlreiche kleinere Privat- und Regionalbanken –, können dann über den Kommunikationskanal von SWIFT zu TARGET2 einen direkten Zugang einrichten. Sie können sich auch über eine andere, an TARGET2 bereits angeschlossene Bank indirekt Zugang verschaffen, müssen dann allerdings ihre Liquiditätssteuerung einer Drittbank überlassen. Für die Anbindung an TARGET2 müssen die Institute einer Verfügung der Bundesbank zufolge bis Ende August ihre Entscheidung für das direkte oder indirekte Verfahren signalisiert haben.
Folglich können Institute, die sich für eine Direktanbindung an TARGET2 entscheiden, nur über SWIFT dasselbe „Setup“ für die gleichzeitig erforderliche Umstellung im Massenzahlungsverkehr (EMZ) anstelle des wegfallenden Bundesbank-Gateway verwenden und damit ein und denselben Kommunikationsweg für die Abwicklung beider Zahlungsverkehrsarten nutzen. Zudem sind auch in Zeiten des Internets die Stärken des internationalen SWIFT-Netzes auch für den Massenzahlungsverkehr unübertroffen im Hinblick auf weltweiten Zugang, Ausfallsicherheit, Standardisierung und kostengünstigen Transfer von Finanzdaten. In Frankreich stellt SWIFT in der Kommunikation zwischen Unternehmen und Banken jetzt eine innovative Lösung für die Geldgeschäfte französischer Unternehmen über eine strategische Partnerschaft mit Orange Business Services zur Verfügung. Der neue Dienst wird über Orange Business Services vertrieben und ermöglicht den Zugang zu Banken über eine gesicherte zwischengeschaltete Plattform. Er vereint Zuverlässigkeit und Sicherheit des SWIFT-Netzes mit der IT-Expertise sowie der Größe des VPN-Netzwerkes von Orange Business Services. Orange – der drittgrößte Mobilfunkbetreiber sowie der zweitgrößte Anbieter von Breitband-Internet-Dienstleistungen in Europa – ist mit der Marke Orange Business Services einer der weltweit führenden Anbieter von Telekommunikationsdiensten für multinationale Unternehmen. Der neue Dienst „Hub Finance“ der jetzt geschlossenen Partnerschaft wird im Rahmen der Einstellung des X25-Netzes zum 30. September 2011 und als Ersatz für das Unternehmen-/Bank-Kommunikationsprotokoll ETEBAC (Echange TElématique BAnque-Client) erforderlich, das im Zuge der SEPA-Richtlinie (Single Euro Payments Area) der EU entfällt. Er erleichtert die Kommunikation zwischen Unternehmen und Bank durch eine reibungslose doppelte Migration von X25 und ETEBAC. Darüber hinaus bietet er eine sichere und wirtschaftliche Alternative für Unternehmen in Frankreich, die in ihrem Heimatmarkt und/oder auf internationaler Ebene ihre Geldgeschäfte mit mehreren Banken abwickeln. Robert Schneider, Deutschland-Chef von SWIFT in Frankfurt, betont: „Die Entscheidung für das SWIFT-Netzwerk in Frankreich gegenüber anderen etablierten Mitbewerbern hat eine Signalfunktion für die anstehenden Umstellungen in Deutschland. Das SWIFT-Netz kann auch den deutschen Banken und Unter•nehmen eine sichere, leicht umzusetzende und wirtschaftliche Lösung bieten. Mit der Schließung der ‚Elektronischen Öffnung‘ der Bundesbank und ihres Zugangs zu TARGET2 zum Ende dieses Jahres muss jetzt eine ähnliche Entscheidung getroffen werden.“ |
Autor: Redaktion
07.07.2010 13:11:14
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