Oracle darf Sun übernehmen

 
Die Europäische Wettbewerbsbehörde hat den Kauf von Sun Microsystems durch Oracle ohne Auflagen genehmigt. Die Übernahme werde den Wettbewerb "nicht signifikant" beeinträchtigen, teilte die EU-Kommissio. Die Akquisition biete die Chance auf "neue und innovative Produkte", erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes.
 
Von Oracle hieß es, man erwarte auch in China und Russland grünes Licht von den Wettbewerbsbehörden. Schon in der kommenden Woche will Larry Elison, Chef des weltweit größten Datenbankherstellers, die neue Strategie für Oracle vorstellen. Der Konzern hatte im vergangenen Frühjahr die Übernahme von Sun angekündigt. Im Sommer hatten die US-Behörden zugestimmt. Seit Herbst untersucht Brüssel den Fall eingehender.

Oracle ist zusammen mit IBM und Microsoft einer der drei grössten Anbietern proprietärer Datenbanken, welche sich 85 Prozent des Marktes teilen.

Die Übernahme der freien Datenbank durch einen dieser Anbieter könne zu einer Schwächung des Wettbewerbs führen, sorgte sich die Kommission. Die quelloffene Datenbanken-Software MySQL, welche im Januar 2008 für eine Milliarde US-Dollar in den Besitz von Sun gekommen war und durch die Übernahme von Sun nun an den Datenbankspezialisten Oracle geht.

Allerdings hat es um den Umgang mit MySQL, aber auch mit Java, auch einige Rangeleien unter den Entwicklern gegeben. Weiter hat die Kommission festgestellt, dass die Open-Source-Datenbank PostgreSQL von vielen Nutzern als echte Alternative zu MySQL betrachtet wird.

Diese wäre in der Lage bis zu einem gewissen Grad MySQL als Wettbewerbskraft auf dem Datenbankmarkt ersetzen.
Auch durch Forks, also durch legal erstellte Kopien der MySQL-Codebasis, könnte ein weitere Wettbewerbsdruck ausgehen, meinte die EU-Kommission.

Klar hat die Zusage von Oracle gegenüber Kunden und Entwicklern, weiterhin GPL-lizenzierte neue MySQL-Versionen auf den Markt zu bringen, zur Zustimmung ebenfalls positiv beigetragen.
Autor: Redaktion
24.01.2010 09:39:50